Schwarze Löcher: Ein Gedankenspiel
November 15th, 2011
Im ROCKZ-Forum gibt es gerade ein Thema über schwarze Löcher, bzw. speziell, was “dahinter” passiert. Ein interessanter Brainfuck.Ich stelle mir das so vor:
Wir sehen das schwarze Loch nur als Loch, weil kein Licht mehr heraus dringt. Um hinein zu sehen, müssen wir uns ihm jedoch eigentlich nur nähern. Denn: Relativistisch verschiebt sich dadurch die Grenze des sichtbaren Lichtes, heißt: Wir bewegen uns schneller auf das Innere zu, dadurch verändert sich relativ gesehen auch das Delta der beiden ausschlaggebenden relativen Lichtgeschwindigkeiten. Lapidar: Wir können immer ein Stückchen weiter hinein sehen, je näher wir kommen. Genau genommen immer bis dort, wo die Differenz der Lichtgeschwindigkeiten an unserem und am betrachteten Standort gleich der Lichtgeschwindigkeit ist.
Genau so verhält es sich jedoch auch, wenn wir einmal drin sind, jedenfalls theoretisch: Hinter uns bildet sich irgendwann ein “schwarzes Loch”, und zwar genau dann, wenn das Licht unseres Startpunktes nicht mehr schnell genug zu uns kommen kann. Zuerst bewegen wir uns also in einen Trichter hinein und später auch wieder hinaus – wobei uns das gar nicht bewusst ist, weil am jeweils aktuellen Standort alles ganz normal aussieht. Es scheint nur so, als würde ein Teil des Universums, das hinter uns liegt, in einem schwarzen Loch kollabieren. Trotzdem: Die Theorie eines Wurmlochs. Dabei nicht bedacht ist jedoch, dass sich Raum und Zeit im Inneren verändern. So einfach ist es dann doch nicht.
Verknüpft man das nun also mit dem Wissen, dass sich im Inneren eines schwarzen Lochs Raum und Zeit krümmen, könnte man die kühne Theorie aufstellen, dass bei der Entstehung des schwarzen Lochs eine Art “Urknall” in dessen Zentrum stattgefunden hat. Von außen sehen wir nur eine Art Loch, doch im Inneren bildet sich ein neues Gefüge aus Raum und Zeit, das mit dem, was wir sehen (wir erinnern uns: Wir sehen nichts), nichts mehr gemein hat.
Ich behaupte daher: Das ganze Universum ist eine Art Wurmgebilde und auch wir selbst befinden uns, aus einer anderen, sehr weit entfernten Perspektive (z.B. innerhalb aller schwarzen Löcher, die wir sehen) heraus betrachtet, in einem schwarzen Loch, das wir Menschen meist naiv mit einem singulären Urknall erklären. Aber genau das, das der Urknall nichts einmaliges sondern etwas natürlich stattfindendes ist, ist es, was das Universum unendlich macht.
Heißt auch: Man kann nicht durch ein schwarzes Loch reisen. Man kann sich ihm nähern und mit jeder Näherung sieht das Universum um uns herum ein kleines Stückchen anders aus. Sterne kommen Näher, Sterne entfernen sich. Raum und Zeit an unserem Standort verändern sich – relativ. Vermutlich “reisen” wir sogar im Moment durch ein schwarzes Loch, das sich durch ein schwarzes Loch bewegt, das sich durch ein weiteres schwarzes Loch bewegt (…infinit…), ohne dass wir es mitbekommen :)
Ergo: Wer sich durch ein schwarzes Loch bewegt, merkt es nicht einmal. Er sieht nur irgendwo anders andere schwarze Löcher.
Und Zeitreisen macht das alles nicht möglich, weil das, was “im schwarzen Loch” ist, ja auch nur ein weiterer Teil unseres Universums ist.
Nett. :)
February 9th, 2012 at 13:24
Schöner Artikel danke schön! Habe ich mir auf der Stelle zu denFavoriten geadded :-)